Mit ihrer Arbeitgebermarke können Unternehmen in schwierigen Zeiten enorm punkten – oder verlieren

Mit ihrer Arbeitgebermarke können Unternehmen in schwierigen Zeiten enorm punkten – oder verlieren

In Krisenzeiten ist sparen die meisten Unternehmen zuerst am (Personal-)Marketing. Doch auch die Mitarbeitergewinnung und andere Personalthemen verlieren häufig als erstes an Aufmerksamkeit. Doch gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommt es auf die Menschen an, denn sie sind es, die mit ihrem Engagement für das Unternehmen über dessen Zukunft entscheiden. Deshalb sollten Unternehmer/innen auch oder gerade, wenn die Geschäfte nicht so gut laufen, an ihre Wirkung auf Mitarbeiter/innen und potenzielle Mitarbeiter/innen denken.

Eine starke Arbeitgebermarke grenzt nach außen von Mitbewerbern um Arbeitskräfte ab und steigert die Attraktivität für potenzielle Mitarbeiter. Im Inneren sorgt die Marke für eine emotionale Bindung der Menschen an das Unternehmen und steigert so Zufriedenheit, Motivation und Engagement.

Genau das brauchen Unternehmen, besonders in Krisenzeiten: Menschen, die sich mit den Unternehmenszielen identifizieren und deshalb alles dafür tun, damit dieses Unternehmen die Krise gut übersteht. Diese Einsatzbereitschaft, über das „normale“ Maß hinaus bekommen Arbeitgeber nur von Mitarbeitern mit emotionaler Verbundenheit.

Warum wir Employer Branding auch in Krisenzeiten brauchen

Wer jetzt mit seinen Mitarbeitern und potenziellen Bewerbern authentisch kommuniziert, wird mit einem großen Vorsprung in Sachen Arbeitgeberattraktivität aus der Krise heraus gehen. Das bedeutet, auch weiterhin den Kontakt zu halten und sich nicht in sein Schneckenhaus zurückzuziehen, bis „alles wieder gut“ ist. Gerade jetzt können Arbeitgeber wichtige Sympathiepunkte sammeln, indem sie ihre Unternehmenswerte leben und zeigen, dass sie mit der Situation souverän umgehen können. Externe Beobachter werden jetzt prüfen, ob die Werte, für die das Unternehmens steht, belastbar sind, oder nur leere Worthülsen.

Spätestens jetzt ist es Zeit, in die eigene Marke zu investieren, wenn das Unternehmen zukünftig noch Talente für sich gewinnen will.

„Es ist ganz klar, dass sich das Verständnis von Arbeit und Beschäftigung gerade grundlegend neu definiert und Unternehmen müssen sich jetzt mit der Positionierung einer starken Arbeitgebermarke für die kommenden Zeiten wettbewerbsfähig machen.“ (aus dem Xing Themenpapier „Employer Branding – Jetzt erst recht“, veröffentlicht im April 2020, Seite 12)

Externes Personalmarketing: Schreibe nur Stellen aus, wirklich besetzt werden sollen

Arbeitgeber müssen nicht vorgeben, dass bei ihnen alles in Ordnung ist und sie nach wie vor neue Mitarbeiter suchen, wenn das nicht der Fall ist. Damit erreichen sie nur, dass die Menschen, die sich die Mühe einer Bewerbung gemacht haben, enttäuscht werden. Schließlich haben sie ihre wertvolle Lebenszeit darauf verwendet, sich und ihre Vorteile für das Unternehmen in ein gutes Licht zu stellen.

Wer keine Zeit hat, eingehende Bewerbungen zu Sichten und Rückmeldungen zu geben, sollte sie offline stellen. Lassen Sie Bewerber nicht im Dunkeln. Besser ist es, auf deiner Karriereseite anzugeben, wie es aktuell um Neueinstellungen steht und wie das Recruiting abläuft. Stellt das Unternehmen überhaupt ein? Weicht die Vorgehensweise von der sonstigen ab? Wenn ja, wie? Damit vermittelt der Arbeitgeber, dass er die Situation im Griff hat.

Wer in Krisenzeiten nichts von sich hören lässt, vermittelt den Eindruck, dass er bald weg vom Fenster sein wird. Schockstarre ist keine empfehlenswerte Reaktion.

Achte auf eine authentische Darstellung der Realität – immer!

Bewerber/innen achten vor allem darauf, wie authentisch Arbeitgeber sind. Es ist nicht nötig, mit Hochglanz-Fotos zu werben. Wer die Realität zeigt bekommt die größere Sympathie – vorrangig von den Menschen, die erreicht werden sollen.

Nichts ist schlimmer für Kandidaten, wenn sie zu einem Kennenlerngespräch gehen und einen ganz anderen Eindruck gewinnen, als er ihnen im Vorfeld vermittelt wurde. Deshalb sollten Arbeitgeber immer und auf allen Kanälen die Realität im Unternehmen wiederspiegeln. Dafür bieten sich Videos aus dem Alltag oder ein Rundgang an. Damit können sich die Interessierten ein Bild machen und sicherer entscheiden, ob sich eine Bewerbung für sie lohnt. So kommen nur Bewerbungen von Menschen in den Posteingang, die sich durch die Videos angesprochen fühlen.

„Und doch glaube ich daran, dass Unternehmen mit einer guten Vorbereitung und intelligenten Kontextveränderungen in den nächsten Monaten dafür sorgen können, dass sie echte Arbeit begünstigen und sinnlose Beschäftigung reduzieren.“ Mark Poppenburg, Gründer und Geschäftsführer von Intrinsify.me

Es muss nicht immer gleich vor Ort sein

Überlegen Sie mal, ob Sie den Kandidaten aus weiter Entfernung tatsächlich zum ersten Kennenlerngespräch persönlich vor sich sitzen haben müssen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in den meisten Fällen für ein erstes Gespräch ein Videotelefonat vollkommen ausreichend ist. Gerade in Zeiten von hoher Ansteckungsgefahr ist es nicht nötig, quer durch die Republik zu reisen, um herauszufinden, ob grundsätzlich eine Zusammenarbeit infrage kommt. Meiner Erfahrung nach freuen sich viele Bewerber, wenn Sie zunächst zu einem Videotelefonat eingeladen werden, welches sie bequem von zu Hause aus führen können. Diese Option und gleichzeitige Rücksichtnahme zahlt auf die Arbeitgebermarke ein. Sicherlich lehnen die meisten Kandidaten eine Einladung zum persönlichen Kennenlernen nicht ab. Besonders nicht diejenigen, die aufgrund der Krise arbeitslos geworden sind. Doch was nicht sein muss, muss nicht sein. Wie auch immer die Herausforderung des ersten Kennenlernens gelöst wird: bleiben Sie an jedem Kontaktpunkt wertschätzend.

Nutze das Videoformat

Ja richtig, dieser Tipp ist nicht typisch für Krisenzeiten. Es ist ein allgemein gültiger und moderner Tipp, denn mit Videos erreichst du insbesondere die jüngeren Generationen. Gerade wenn Kandidaten nicht mal eben persönlich ins Unternehmen kommen (können), liegt ein virtueller Einblick in die mögliche Arbeitsumgebung nahe. Dafür können Sie mit einem Video einfach einen Rundgang durch die Räumlichkeiten aufnehmen, in dem Sie die wichtigsten Stationen vorstellen. Dieses Video können Sie dann entweder den Kandidaten persönlich zuschicken oder es direkt auf der eigenen Karriereseite oder in den sozialen Medien veröffentlichen. Damit erregen Sie definitiv Aufmerksamkeit, denn so etwas haben erst die wenigsten Arbeitgeber im Angebot!

Potenziale der Krise nutzen

Bereiten Sie sich und Ihr Unternehmen auf die Zukunft vor, indem Sie Ihre Arbeitgebermarke mit Authentizität und Wertschätzung stärken. Arbeitnehmer sind verunsichert: zum einen streben sie nach einem sicheren Arbeitsplatz und zum anderen wünschen sie sich Sinn und Selbstverwirklichung. Die größten Chancen auf die besten Mitarbeiter haben die Unternehmen, die beides bieten.

Dieser Artikel stammt von Elisa Rehse, Expertin für modernes Personalmanagement im ländlichen Raum. „Ich helfe Unternehmen durch eine überzeugende Strategie die passenden Mitarbeiter zu gewinnen und damit ihren Erfolg und gleichzeitig die Zufriedenheit zu steigern.“ Weitere Informationen unter www.elisa-rehse.de/angebote

Ich bin unterwegs in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Ostdeutschland, Barnim, Uckermark, Oberhavel, Vorpommern-Greifswald, Mecklenburgische Seenplatte

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