Warum Employer Branding Unternehmen erfolgreicher macht

Höhere Kundenzufriedenheit, gesteigerte Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter, Kostenreduktion im Personalwesen und Recruiting, ein besseres Geschäftsergebnis und ein höherer Unternehmenswert – Das sind einige der Effekte von Employer Branding.

Entgegen der verbreiteten Meinung beschränkt sich Employer Branding nicht auf das Recruiting von Mitarbeitern, sondern verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der sich positiv auf den Erfolg aller Unternehmensbereiche auswirkt. Es ist eine gesamtstrategische Lösung für die Herausforderungen rund um die Gewinnung von Mitarbeitern. Um die weiteren Effekte zu erläutern lohnt sich ein Blick in die interne und externe Wirkung von Employer Branding.

Externe Effekte von Employer Branding

Beim externen Employer Branding wird in der Außenwirkung ein Bild erzeugt, welches die Öffentlichkeit vom Unternehmen als Arbeitgeber haben soll.  Im Sinne der Authentizität und Nachhaltigkeit sollte dieses Bild der Realität entsprechen. Sinn und Zweck ist, dass potenzielle Mitarbeiter aufgrund der kommunizierten Arbeitgebereigenschaften entscheiden können, ob sie dort arbeiten wollen oder nicht. Dadurch geschieht eine Vorselektion bei den Bewerbern und der Arbeitgeber hat weniger Aufwand im Recruiting. Employer Branding ist die Basis für Personalmarketingmaßnahmen und hilft, schnell die passenden Mitarbeiter zu rekrutieren. Das gelingt unter anderem durch gesteigerte Bekanntheit auf dem Arbeitsmarkt senkt somit die Ausgaben für das Recruiting.

Ein weiterer Effekt durch eine kontinuierliche Sichtbarkeit in den Medien ist, dass diese nach gewisser Zeit von selbst auf das Unternehmen zukommen und berichten. Es entstehen Synergien im Marketing, sowohl für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens, als auch für die Arbeitsplätze.

Interne Effekte von Employer Branding

Das interne Employer Branding hat das Ziel, eine höhere Identifikation des Mitarbeiters mit seinem Arbeitgeber und seiner Aufgabe zu bewirken. Dadurch sind Mitarbeiter zufriedener, zeigen eine höhere Leistungsbereitschaft und erzielen bessere Ergebnisse, z.B. besserer Service an Kunden oder gesteigerte Produktivität. Zufriedene Arbeitnehmer sind darüber hinaus weniger krank, motivierter und sind seltener gewillt, den Job zu wechseln. Wenn alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen, weil sie dieselben Ziele verfolgen, arbeiten sie besser zusammen. Dann ergänzt ganz selbstverständlich einer den anderen und 1+1 ergibt 3 oder gar 4.

Gezieltes Employer Branding wirkt sich unweigerlich auf die Leistung und das Ergebnis der Geschäftstätigkeit aus. Dies ist zusehen an einer höheren Kundenzufriedenzeit, einer gesteigerten Qualität der Arbeitsergebnisse und damit verbunden ein höheres Gesamtbetriebsergebnis und die Steigerung des Unternehmenswertes.

Warum spätesten jetzt mit Employer Branding begonnen werden sollte

Die Wertschöpfung bei Unternehmen, die aktiv Employer Branding betreiben, steigt Umfragen zufolge um rund 19 %. Wenn das nicht als Argument genug ist, habe ich hier noch eines für Dich: Der „War for talents“, der Wettbewerb, um die besten Mitarbeiter hat schon vor Jahren begonnen und inzwischen fast alle Bereiche erreicht. Arbeitgeber bewerben sich heute bei Arbeitnehmern, weil diese in immer geringerer Zahl vorhanden sind und sich deshalb ihren Arbeitgeber aussuchen können. Deshalb ist es spätestens jetzt an der Zeit, ein attraktiver Arbeitgeber zu werden, um nicht durch unbesetzte oder falsch besetzte Stellen dem Wettbewerb und dem Markt „hinterherzulaufen“.

Für wen ist Employer Branding geeignet?

Employer Branding ist grundsätzlich für alle Branchen und Unternehmensgrößen möglich. Besonders die Unternehmen, die merken, noch nicht ihr ganzes Potenzial ausgeschöpft zu haben, verzeichnen große Erfolge durch den Aufbau ihrer Arbeitgebermarke. Außerdem eignet sich Employer Branding hervorragend für Unternehmen, die auf Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen setzen. Damit sind Unternehmen wird hochwertiger Arbeit gemeint, weniger die, die für den Massenmarkt im Niedrigpreissegment produzieren. Ganz besonders erwähnt seien an dieser Stelle Unternehmen, die erkannt haben, dass sie als Team und mit stärkerem Zusammenhalt mehr erreichen können.

Employer Branding ist ein Prozess

Der Employer Branding-Prozess an sich sorgt schon für einen größeren Zusammenhalt und mehr Verständnis untereinander – auch bereichsübergreifend – durch die enge Zusammenarbeit an gemeinsamen Zielen. Dieser Prozess ist individuell an das Unternehmen anzupassen und kann nicht 1:1 übernommen werden. Natürlich gibt es einen Leitfaden und Best Practices von anderen Unternehmen, doch letztendlich muss auf die Besonderheiten des Unternehmens spezifisch eingegangen werden.  Erfahrungsgemäß dauert es wenige Jahre, bis die Marke des Arbeitgebers weitgehend etabliert ist. Dies ist wiederum abhängig von der Effektivität und der Konsistenz der Maßnahmen. Sei dir dabei bewusst, das Employer Branding ein Prozess ist, der sich über Jahre hinzieht und nie vollständig beendet ist. Die ersten Ergebnisse sollten nach ein paar Monaten sichtbar sein.

Das Arbeitgeberversprechen

Das Arbeitgeberversprechen (engl. Employer Value Proposition) ist die Summe aller Vorteile, die einen Arbeitgeber für seine (potenziellen) Mitarbeiter attraktiv machen und ihn von Mitbewerbern unterscheidet. Dieses EVP muss auf der Karrierewebsite eines Unternehmens ausführlich aufgeführt sein. Außerdem sollte es in jeder Stellenanzeige zwischen den Zeilen zu lesen sein. Es ist die Antwort auf die Frage „Was bekommen unsere Mitarbeiter von der Arbeit bei uns?“ bzw. „Was bieten wir Mitarbeitern?“

Wie Du erkennst, dass Employer Branding wirkt

Wenn du dich entscheidest, aktiv Employer Branding zu betreiben, dann lege im Vorfeld fest, was genau Du erreichen willst. Dazu eignen sich Kennzahlen, wie Z.B. Fluktuationsrate, Krankheitsquote, Umsatz pro Mitarbeiter etc. Sofern Du diese nicht schon berechnet hast, tu es als erstes und lege fest, welche Kennzahl Du wie weit verbessern willst. Im Laufe der Zeit kannst du dann immer mal wieder diese Kennzahlen erneut berechnen und vergleichen.

Ein Unternehmen ist zu einer Arbeitgebermarke geworden, wenn die relevanten Bezugsgruppen ein überwiegend einheitliches Bild von ihm als Arbeitgeber haben.

Wie Du mit Employer Branding starten kannst

Entweder allein. Manche Arbeitgeber machen bereits von sich aus einiges richtig. Doch meist fehlt die Strategie dahinter und es werden nur zufällig hin und wieder gute Aktionen gemacht. Eine andere Möglichkeit ist, jemand externen als Projektleitung dazu zu holen, der Erfahrungen mitbringt und beratend zur Seite steht. Zu Beginn ist es wichtig, sich die Ausgangslage bewusst zu machen: Was ist schon da? Was wollen wir erreichen? Worauf können wir aufbauen? Was soll ersetzt werden? Im nächsten Schritt müssen alle Mitarbeiter an Bord geholt werden. Employer Branding kann nicht von oben nach unten diktiert werden, sondern muss von innen heraus wachsen.

Warum Employer Branding Unternehmen erfolgreicher macht
Die 5 Wirkungsdimensionen eines strategischen Employer Brandings, nach der DEBA (Deutsche Employer Branding Akademie).

Die 5 Wirkungsdimensionen im Detail:

Mitarbeitergewinnung

  1. Arbeitgeberattraktivität wird erhöht
  2. Bewerberpassung wird verbessert
  3. Aufwand Personalbeschaffung und Recruitingkosten werden reduziert

Leistung und Ergebnis

  1. Qualität der Arbeitsergebnisse steigt
  2. Leistungsmotivation wird verbessert
  3. Mitarbeiterloyalität wird erhöht
  4. Commitment mit den Zielen des Unternehmens wird erhöht
  5. Eigenverantwortung wird gestärkt
  6. Führungsaufwand wird gesenkt

Unternehmenskultur

  1. Werte werden erlebbar gemacht
  2. Arbeitsklima wird verbessert
  3. Krankenstand wird gesenkt
  4. Zusammenarbeit wird gestärkt
  5. Interne Kommunikation wird effektiver

Unternehmensmarke

  1. Unternehmensimage wird gestärkt
  2. Marketing-Synergien werden erschlossen
  3. Unternehmenswert wird gesteigert

Mitarbeiterbindung

  1. Mitarbeiterzufriedenheit wird verbessert
  2. Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen wird gestärkt
  3. Know-how wird gebunden
  4. „Return on Development“ wird erhöht
  5. Fluktuationskosten werden gesenkt

Auf den Punkt gebracht: Die Definition von Employer Branding

Die Deutsche Employer Branding Akademie (DEBA) mit Sitz in Berlin, hat folgende Definition veröffentlicht:

„Employer Branding positioniert ein Unternehmen nach innen wie nach außen als Arbeitgebermarke oder auch „Employer of Choice“. Grundlage dafür ist eine Arbeitgebermarkenstrategie, die aus Unternehmensstrategie und Unternehmensmarke erwächst.“

Zur Website der DEBA gelangst Du unter www.employerbranding.org

Als Unternehmensberaterin und Business Coach stehe ich kleinen und mittelständischen Unternehmen als Ansprechpartnerin zum Employer Branding zur Seite und unterstütze im gesamten Prozess. Weitere Informationen findest Du unter www.elisa-rehse.de

Was Employer Branding von Personalmarketing unterscheidet? Lies meinen Artikel “Wie kleine und mittelständische Unternehmen mit Personalmarketing profitieren“ unter www.elisa-rehse.de/personalmarketing-kleine-mittelstandische

Wie du Employer Branding auf der Karriereseite Xing umsetzen kannst, erkläre ich in diesem Video: https://youtu.be/62nX_3RW19Q

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