Menschenkenntnis verbessern mit dem 4-Farben-Modell

Wenn wir einem anderen Menschen zum ersten Mal begegnen, machen wir uns ein Bild von ihm. Mit unserer Einschätzung liegen wir Menschen statistisch gesehen zu 50 % richtig und zu 50 % falsch. Mit verbesserter Menschenkenntnis, einem praxistauglichen Modell und etwas Übung ist es möglich, die Wahrscheinlich der korrekten Einschätzung unseres Gegenübers auf 80 % zu erhöhen.

Menschen passen nicht in Schubladen

Und doch stecken wir sie zu gerne in diese eckigen, dunklen Kisten. Diese „Menschenkenntnis des ersten Eindrucks“ macht es uns möglich, unser Gegenüber in Sekundenbruchteilen einzuschätzen. In diesem kurzen Moment entscheiden wir, ob wir jemanden sympathisch oder unsympathisch finden. Die Gefahr für Fehleinschätzungen ist immens hoch.

Dieses „Schubladendenken“, also die ungeschulte Menschenkenntnis macht es uns schwer, den anderen wirklich zu erkennen und zu verstehen. Es ist also durchaus sinnvoll, sich in der Begegnung mit anderen Menschen nicht auf den ersten Eindruck zu verlassen, sondern Zeit und Energie zu verwenden und genauer hinzusehen.

Das Modell Menschenkenntnis

Es gibt über 7 Milliarden Menschen auf der Erde und jeder ist anders. Gleichzeitig gibt es erstaunliche Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen in Verhaltensweisen und Reaktionen, in Vorlieben und Abneigungen, in Bedürfnissen und Motiven. Daher lassen sich Menschen in Persönlichkeitstypen einteilen. Jeder Typ hat seine bevorzugte Art, sich zu verhalten.

Schon viele Jahrtausende bemüht sich die Menschheit, Menschenkenntnis durch einfache Modelle verständlich und anwendbar zu machen. Die bekanntesten und bewährtesten Lehren, auf denen die heute auf Markt befindlichen Modelle basieren, sind:

  • Die Unterteilung in Sach- und Menschenorientierung und Extraversion/Introversion na Carl Gustav Jung
  • DISG-Typenlehre (Dominant, Initiativ, Stetig und Gewissenhaft) nach William Moulton Marston

Was wir für professionelle Menschenkenntnis brauchen

„Professionelle Menschenkenntnis beginnt in dem Augenblick, in dem wir uns von vorgefassten Meinungen und Vorurteilen über andere Menschen verabschieden, bewusst den Autopiloten abschalten, wenn wir jemandem begegnen und damit aufhören, ihn nach unserem „Lieblingsrezept“ zu behandeln.“ Martin Betschart, Autor für Erfolgs-Psychologie

Für professionelle Menschenkenntnis brauchen wir

  • Die Bereitschaft, etwas über uns selbst zu lernen – denn Menschenkenntnis fängt bei der eigenen Person an
  • Ein Gespür für unser Gegenüber und die Fähigkeit, sich auf die Welt des anderen einzulassen
  • Ein praxistaugliches Modell, welches uns zuverlässig Orientierung geben kann

Andere Menschen erkennen

Behandle den anderen so, wie er behandelt werden möchte.

Der Satz „Behandle andere Menschen so, wie du behandelt werden möchtest“ hält wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr stand. An dieser Stelle empfehle ich dieses Video von Eckard von Hirschhausen anzuschauen:

Im Grunde weiß es doch jeder: Wer etwas tut, das seinen Stärken entspricht, liefert deutlich bessere Qualität in kürzerer Zeit, im Vergleich zu einer Tätigkeit, die ihm „nicht liegt“. Bestimmte Dinge, die uns nicht liegen, können wir Menschen uns über eine gewisse Zeit aneignen und ordentlich machen. Doch es wird uns immer mehr Kraft kosten und wir werden nie die Qualität erreichen, wie jemanden, er seine Stärke in diesen Dingen hat.

Menschenkenntnis bei der Arbeit anwenden

Im Kontext Arbeit und Wirtschaft hilft eine gute Kenntnis von Menschen in der Kommunikation, dem Recruiting, der Teambildung und -entwicklung, dem Verkauf und der Mitarbeiterführung und -entwicklung. Das bedeutet im Detail,

  • Vorteile eines maßgeschneiderten Jobs
  • Zur Persönlichkeit passende Aufgaben und Rollen
  • Optimal Bewerberauswahl und Stellenbesetzung
  • Wie verhält sich jeder Persönlichkeitstyp im Team?
  • Wie ist die bevorzugte Arbeitsweise?
  • Wie verhält sich der Typ bei Konflikten?
  • Wie bereite ich ein Gespräch mit einem bestimmten Typus vor?
  • Wie komme ich mit meinem Gegenüber „ins Geschäft“?
  • Und vieles mehr

Außerdem helfen Erkenntnisse aus dem Modell in Fragen der Karriere und dem Zusammenleben mit Partnern, Familie und Freunden.

Menschenkenntnis Modell nach the key
Menschenkenntnis Modell nach the key

Das Menschenkenntnis-Modell der 4-Farben

Zunächst ist zu betonen, dass jeder Mensch gut ist, so wie er ist. Bei der Einteilung nach den 4-Farben gibt es kein besser und kein schlechter. Wir brauchen auf der Welt alle 4 Typen gleichermaßen. Es geht nur darum, einander besser zu verstehen, effektiver zu kommunizieren und seinen Stärken entsprechend zu handeln. Weiterhin sei vorweggesagt, dass jeder Mensch alle vier Anteile in sich trägt. Diese sind jedoch bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt und so tendieren wir eher zu dem einem oder dem anderen Verhalten.

Das Bild zeigt die 4 Typen nach dem hier beschriebenen Modell der Menschenkenntnis.

Der rote Menschentyp

Die Farbe Rot steht im Modell für den dominanten Menschentypen, der motiviert ist, Probleme zu lösen und schnelle Ergebnisse zu erreichen. Er trifft gern Entscheidungen, stellt den Status quo infrage und übernimmt eher das Kommando. Das ideale Umfeld für den „roten“ ist eine einflussreiche Position mit abwechslungsreichen Aufgaben. Er stellt hohe Ansprüche an andere, übersieht leicht Risiken und Warnungen und ist eher unsensibel gegenüber den Gefühlen anderer.

Der gelbe Menschentyp

Die Farbe Gelb steht im Modell für den initiativen Menschentypen, der motiviert ist, andere zu überzeugen und Spaß zu haben. Er hat ein offenes Wesen und drückt seine Gedanken und Gefühle in vielen Worten aus. Initiative Menschen fühlen sich wohl, wenn sie ihre sozialen Kontakte pflegen, mit anderen zusammenarbeiten können und immer eine gewisse Portion Humor dabei ist. Der „Gelbe“ hasst Kontrolle und Detailarbeit. Häufig verzetteln sie sich mit ihrem Tatendrang in zu vielen Aktivitäten und verpassen dadurch Termine. Das ideale Umfeld bietet dem initiativ geprägten Menschen Gelegenheiten, kreative Vorschläge zu machen, öffentliche Anerkennung zu bekommen und gemeinsame Aktivitäten durchzuführen.

Der grüne Menschentyp

Menschen, die zum stetigen Typus tendieren, sind geduldig, gute Zuhörer und motiviert, ein berechenbares Umfeld zu schaffen. Sie bleiben gerne an einem festen Arbeitsplatz, halten beständige Abläufe ein und wirken vermittelnd und beruhigend auf andere Menschen ein. Das ideale Umfeld für den „Stetigen“ ist frei von Konflikten, gibt Anerkennung für geleistete Arbeit und gibt Begründungen und Zeit für Veränderungen. Der „Grüne“ ist besonders treu und teamfähig, zuverlässig, unentschlossen und stark von Beziehungen abhängig.

Der blaue Menschentyp

Der gewissenhaft, blaue Menschentyp ist motiviert hohe Standards zu erreichen. Er ist eher diplomatisch, wägt Pro und Contra ab und bevorzugt ein Umfeld, welches klar definierte Erwartungen hat. Gewissenhafte bevorzugen Ordnung, Disziplin und eine sachliche Atmosphäre mit der Möglichkeit, Dinge in hoher Qualität erledigen zu können. Während ihre Vorgehensweisen sehr genau geplant sind und alle Einzelheiten berücksichtigen, fällt es dem „Blauen“ schwer, auf Menschen zuzugehen. Er denkt logisch, ist analytisch, selbstdiszipliniert und wirkt auf andere eher distanziert.

Menschenkenntnis im Unternehmen integrieren

Wer bis hierher gelesen hat, dem hat viele Argumente dafür gefunden, sich näher mit dem Thema Menschenkenntnis zu beschäftigen. Am effektivsten ist es, wenn auch die Mitarbeiter davon erfahren und lernen, das Modell in ihrem Alltag zu nutzen. Dafür biete ich für Unternehmen Trainings an, in denen alle Teilnehmer das Modell kennen und anwenden lernen. Weitere Informationen sind HIER zu finden.

Als Unternehmensberaterin und Business Coach stehe ich kleinen und mittelständischen Unternehmen als Ansprechpartnerin zu allen Themen rund um die Gewinnung von Mitarbeitern zur Seite und unterstütze im gesamten Prozess. Weitere Informationen finden Sie unter www.elisa-rehse.de 

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